Jahrestagung des Deutschen Institutes für Betriebswirtschaft in Berlin

Vom 16. bis 18. Mai 2011 fand in Berlin die vom „Deutschen Institut für Betriebswirtschaft (dib)“ ausgerichtete Jahrestagung Ideenmanagement zum Thema „Menschen motivieren: Ideenmanagement mit allen 5 Sinnen“ statt. Neben zahlreichen Ideenmanagern aus verschiedensten Branchen und Unternehmen erhielt auch afinitas die Möglichkeit den Kongress zu besuchen und durch einen eigenen Workshop zu bereichern.

 

Im besagten Workshop wurde aufgezeigt wie man durch das gezielte Setzen von kreativen Rahmenbedingungen einen größeren Ideenreichtum im Unternehmen erreichen kann (siehe letzter Blog-Eintrag). Dabei stellte die beiden Referenten, Henrik Beckmann und Alexander Lange, unter Anderem die von afinitas eigens für diesen Kongress entwickelte Kreativitätstechnik „Die Versinnlichung“ vor. Diese wurde von den Teilnehmern auch gleich genutzt um Ideen für mögliche Maßnahmen zu generieren, die dafür sorgen können, dass eine kreative Session innerhalb des Unternehmens zu einer wahren Ideenflut werden können.

 

Neben diesem Workshop hielt das Programm viele weitere sehr abwechslungsreiche Punkte bereit. So wurde neben zahlreichen Best Practices auch der Lust an Leistung auf den Grund gegangen. Das gelungene Highlight stellte das Award-Dinner dar, zu dem der Deutsche Ideenpreis an die im vergangenen Jahr erfolgreichsten Persönlichkeiten und Unternehmen verliehen wurde.

 

Natürlich standen im gesamten Verlauf auch das Netzwerken und der persönliche Austausch der Teilnehmer im Vordergrund. Gerade hier konnten in zahlreichen spannenden Gesprächen tiefe und interessante Einblicke in die aktuelle Praxis im Ideenmanagement in Deutschland gewonnen werden. Alles in Allem kann von einer rundum gelungenen Veranstaltung gesprochen werden, die die Vorfreude auf das nächste Forum Ideenmanagement in jedem Fall geschürt hat.

 

[Alexander Lange]

 

 

Ideendusche - ein Rückblick

Die besten Ideen kommen unter der Dusche. Richtig? Nicht ganz. Denn eine gewöhnliche Dusche biete nicht 15 kreativen Köpfen aus ganz Deutschland gleichzeitig Platz, um gemeinsam systematisch Ideen zu generieren.

 

Die Ideendusche von afinitas schon.

 

Am Samstag, den 16. April, traf sich diese Gruppe – bestehend aus einfallsreichen Charakteren mit den verschiedensten fachlichen Hintergründen – in einer Hamburger Montessori-Grundschule. Unter Anleitung des afinitas Gründerteams wurde zum ersten Mal die Ideendusche aufgedreht.

 

Acht Unternehmen reichten zu diesem Anlass aktuelle Fragestellungen ein, die teilweise mit allen Ideenduschern zusammen oder je nach Kreativitätstechnik in Kleingruppen, teils in den Räumen der Grundschule oder auch auf dem Spielplatz, behandelt wurden. Von der Findung eines Unternehmensnamens bzw. -slogans, über neue Impulse zu Vermarktung, Vertrieb und Neukundengewinnung bis hin zur kreativen Neuausrichtung von Dienstleistungen ließen sich die Partner von afinitas mit Ideen aus der Ideendusche bereichern.

 

In der Gestaltung des Tages fanden zum einen bekannte bzw. abhängig von den Fragestellungen leicht modifizierte Kreativitätstechniken ihre Anwendung. Zum anderen kamen auch von afinitas völlig neu entwickelte Techniken zum Einsatz, wie zum Beispiel die „Versinnlichung“, die Mitte Mai auf der Jahrestagung des dib – Deutsches Institut für Betriebswirtschaft von afinitas vorgestellt wird.

 

Nach einem erlebnisreichen Tag voller guter Ideen freuen sich die Ideenduscher nun darauf bis es zu Beginn der nächsten Ideendusche dann zum zweiten Mal heißt: Wasser marsch!

 

[Henrik Beckmann]

 

 

Ideenmanagement boomt - leider nicht überall

Seit geraumer Zeit beginnt die Wirtschaft zu begreifen, welches unternehmerische und soziale Potential in der Kreativität von Mitarbeitern, Kunden und Communities steckt. Dieser Gedanke ist längst in den Köpfen des Managements und auf den Budgetlisten großer Konzerne angekommen, wie uns eine IBM-Studie letztes Jahr gezeigt hat. 1500 befragte Manager fanden überwiegend dieselbe Antwort: Kreativität ist die wichtigste Management-Fähigkeit der Zukunft. 
 

Die internationalen Bestsellerlisten zum Thema Management der letzten Monate spiegeln diesen Trend wieder: Scott Belsky hat uns gezeigt, wie man Ideen zur Realität werden lässt. Und Malcolm Gladwell führt uns in „The Tipping Point“ anschaulich die Macht von bisweilen radikalen neuen Ideen vor Augen. 
 

Wenn sich sogar träge Branchenriesen wie die Deutsche Telekom entscheiden, die Unternehmenskultur und –organisation deutlich stärker auf Innovation auszurichten, wird auch dem trägsten Beobachter klar: Es bewegt sich etwas im Land der Ideen.


Doch noch ist die Notwendigkeit zur Kreativität nicht überall angekommen. Zum Beispiel in der Politik. 60%. Dies ist nicht das Wahlergebnis einer Partei, sondern unsere Wahlbeteiligung - die der Hamburger Bürger. Man dürfte annehmen, in Zeiten steigender Politikverdrossenheit sei kreativer und intelligenter Wahlkampf ein probates Mittel  des Politmarketings.
 

Neue und kreative Wege bei der Wahlwerbung ist jedoch keine Parteil gegangen. Hier hinken die Parteien den erfolgreichen Unternehmen unserer Zeit um Jahre hinterher. Die SPD hat sich immerhin kommunikative Unterstützung aus der Werbebranche geholt und mit großen Schlagworten Politik: „Vernunft. Gerechtigkeit.“ Die CDU fragt die Bürger: „Was nu?“

 

Gerne hätten wir Hamburger Bürger gewusst, welche großen Ideen denn hinter den großen Schlagworten stehen. Und gerne hätten wir gewusst, wohin wir denn unsere Antwort auf die Frage „Was nu?“ hätten senden können? So ist den Parteien leider schwaches Ideenmanagement zu attestieren. Vielleicht sind wir ja deshalb nicht wählen gegangen.

[Stefan Ferrara]

 


Ist Kreativität erlernbar?

Kreativität ist „in“. Immer mehr Studien und Experten betonen, wie wichtig Kreativität und die Fähigkeit, innovativ arbeiten zu können, für den Erfolg unternehmerischer Tätigkeiten ist. Auch Personaler sehen in „kreativer Kompetenz“ eine Schlüsselqualifikation, die bei der Bewerberauswahl immer größere Bedeutung findet. Daher stellen sich immer mehr Menschen die Frage: „Kann ich Kreativität erlernen?“

 

Die zunächst ernüchternde Antwort auf diese Frage lautet: „Nein.“ Ein großer Teil des kreativen Potentials eines Menschen entstammt vererbter Begabung und Talent. Diese setzt sich wiederum zusammen aus verschiedenen Komponenten der Intelligenz eines Menschen. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, von welcher Art von Kreativität die Rede ist. Ein Schriftsteller benötigt vor allem eine gesteigerte sprachliche Intelligenz. Ein kreativer Unternehmer greift hingegen häufiger auf seine interpersonelle Intelligenz zurück, durch die er in der Lage ist, die Absichten und Wünsche seiner Mitmenschen zu verstehen.

 

Es gibt dennoch Hoffnung für alle, die sich nicht mit einer derartigen Begabung gesegnet fühlen. Ein gewisses kreatives Potenzial schlummert in jedem von uns. Und viel entscheidender ist letztlich auch die Frage, wie man das vorhandene Potenzial ausnutzt. Und hierbei gibt es vielerlei Dinge, die man beeinflussen kann um möglichst kreative Ergebnisse zu erzielen.

 

Der alles entscheidende Faktor hierbei ist die intrinsische Motivation. Wer nicht bereit ist, aus festgefahrenen Denkmustern auszubrechen und neue Wege zu beschreiten, wird dies auch nie erreichen. Somit ist die Absicht kreativ zu Handeln der erste und wichtigste Schritt in die richtige Richtung. Hilfreich ist zudem ein umfangreiches Wissen aus möglichst vielen verschiedenen Bereichen. Dies ermöglicht es, Dinge miteinander zu verknüpfen um so neue Lösungen zu erarbeiten. Daher ist es auch häufig sinnvoll, andere Personen in die Entwicklung von neuen Ideen miteinzubeziehen. Durch mehrere Teilnehmer vergrößert sich der gemeinsame Wissenshorizont und somit auch die Menge der möglichen Lösungen.

 

Schließlich ist es noch von großer Bedeutung, den Prozess der Kreativität zu strukturieren. Ein „darauf-los-denken“ hat sich in der Praxis nur selten bewährt. Daher genießt auch die populärste aller Kreativitätstechniken, das Brainstorming, unter Experten einen schlechten Ruf. Es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass größtmögliche Freiheit für kreatives Schaffen unabdingbar ist. Es sind gerade gewisse Restriktionen, die die Gedanken in die richtigen Bahnen lenken und zu äußerst originellen Ideen führen. Wissenschaft und Praxis haben dies erkannt und entwickeln immer bessere Techniken um die kreativen Impulse zu kanalisieren und zu echten Geistesblitzen zu formen.

 

Somit ist die Frage, ob Kreativität erlernbar ist, von gar nicht so entscheidender Bedeutung. Wichtiger ist es, das vorhandene Potenzial optimal einzusetzen um so kreative Ideen generieren zu können.

 

[Alexander Lange]